Welchen Wein zu welchem Essen?

Inspiriert durch die Blog-Aktion einiger Luxemburger Blogger zum Valentinstag möchte ich euch das Thema der passenden Weine zum Essen etwas näher bringen.

In meinem Artikel möchte ich euch das äußerst ansprechende Valentinstag-Menü von Jill’s Kleinem Kuliversum als Beispiel nennen und empfehlen. Die Links zu den einzelnen Gänge findet ihr etwas weiter unten.

Nicht nur am Valentinstag, sondern auch bei jedem anderen leckeren Essen stellt sich früher oder später die Frage: „Was wollen wir trinken…“

Vorab macht sich immer ein Aperitif gut. Dies gibt den Gästen die Möglichkeit anzukommen und sich auf das Menü einzulassen. Körper & Geist können etwas entspannen und so wird man auch „genussreif“, soll heißen man merkt überhaupt was da Feines aufgetischt wird (der Kochende wird es danken ;-))

Hierbei sollten jedoch ein paar Grundregeln beachtet werden, um einen gelungenen Einstieg ist ein kulinarisches Erlebnis zu gewährleisten.

Der Aperitif sollte nicht:

  • zu schwer/ sahnig sein
  • zu alkoholstark sein
  • zu süß sein

Am besten macht sich die Kombination aus wenig Alkohol, etwas Frucht/ Aromaten und gerne etwas Kohlensäure. Nicht umsonst sind die klassischen Aperitifs mit Schaumweinen aller Art + Likör/ Saft/ Früchten/ Sirup etc. so beliebt.

Dies hat Jill’s mit ihrem Aperitif auch so gemacht. Hier nochmal das ganze Menü:

♡  Valentinstag Menü  ♡

Razz-Cocktail mit Himbeeren

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Lachstatar mit Avocado

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Schweinemedaillons mit Speckkartoffeln und saisonalem Gemüse

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Molleux au chocolat mit Passionsfrucht

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Bevor ich mich den einzelnen Gängen zuwenden möchte ich euch noch ein paar grundlegende Regeln erläutern. Zu allererst sollte das Gericht analysiert werden: 

  • Welche Garmethode wurde eingesetzt (Braten, Dämpfen, Kochen etc)
  • Welche Primäraromen sind im Gericht
  • Wie ist die Hauptzutat beschaffen (Fettgehalt, Fleischfarbe etc.)

    Dadurch entsteht ein Bild des Gerichtes, welches mit den Aromen des Weines möglichst gut harmonieren sollte. Je besser ihr also das Essen kennt desto besser könnt ihr den Wein aussuchen.

    Für den nächsten Schritt ist etwas Weinwissen nötig, welches man sich aber durchaus aneignen kann. Es gibt ein paar Kombinationen die einfach passen (z.B: Erdbeeren & Champagner) aber auch viele an die man sich herantasten muss.

    Wer dieses komplexe Thema besser verstehen möchte, dem sei Wein & Speisen – Leidenschaft mit System von Christina Fischer ISBN 978-3-7716-4431-4 wärmstens empfohlen.

    Nun also zum Menü:

    Vorspeise: Lachstatar mit Avocado

    Lachs, Avocado und Olivenöl bringen volle, „fettige“ (im positiven Sinn) Aromen mit, der Saft der Zitrone bringt Säure.

    Verlangt wird hier in jedem Fall nach einem Weißwein, ich würde einen deutschen Riesling empfehlen. Der Wein darf hier nicht zu leicht sein, sonst wird er vom Fettgehalt und der Säure des Gerichtes erschlagen. Der Riesling bringt knackige Säure und viel Mineralität mit, welche dem Tatar gut stehen werden.

    Hauptgang: Schweinefilet, Speck, Kartoffeln, Gemüse

    Schweinefilet an sich braucht keinen allzu kräftigen Wein, aber ein roter macht sich meist besser. Da in diesem Fall das Filet aber mit Speck umwickelt, kräftig angebraten und mit Kräutern (Rosmarin) kombiniert wurde, muss schon etwas mehr Fülle her.

    Wenn ihr beim deutschen Wein bleiben wollt wäre eine eher kräftige Cuvee oder besser ein Spätburgunder aus dem Barrique ein guter Partner. Wer eher der mediterranen Linie des Rosmarin folgen möchte ist mit einem nicht zu schweren Chianti oder einem Rosso di Montepulciano gut beraten.

    Dessert: Schokoladenküchlein mit Passionsfrucht

    Süße, aber auch herb würzige Aromen der Schokolade, Fruchtigkeit aber auch Säure der Passionsfrucht

    Zum Schokoladenküchlein an sich gibt es mehrere Optionen (u.a. Dessertwein, Tawny Port) In Kombination mit der Passionsfrucht würde ich aber einen weißen Dessertwein bevorzugen. Zum Einstieg in die fantastische Welten des Dessertweines sei euch  dieser Wein und der gesamten Weinlaubenhof Kracher im Burgenland sehr empfohlen.

    Soweit mein kleiner Exkurs in die große Welt des Weines für euch. Wollte ihr mehr davon lesen? Dann freue ich mich über euer Feedback!

    Was trinken zum Jahreswechsel?

    Bevor ihr fragt, nein es muss kein Champagner sein. Wer hierzu Tipps möchte, gerne fragen 😉

    Für alle, die gerne das Prickeln im Glas haben kann ich nur empfehlen mal beim Winzer eures Vertrauens zu schauen. Fast jeder bietet heute seinen Secco oder Winzersekt an. Diese bieten dank der strengen deutschen Richtlinien oft viel Spaß für wenig Geld!

    Von den großen Sektherstellern des Einzelhandels halte ich nicht so viel. Natürlich ist die Qualität auch hier in Ordnung, das war es dann aber auch schon… etwas langweilig.

    Eine löbliche Ausnahme bietet hier unter anderem das Sekthaus Geldermann vom Kaiserstuhl. Hier sei insbesondere der Rose und die Jahrgangssekte (weiß/rose) besonders empfohlen.

    Wenn es doch Champagner sein soll kann ich euch die Produkte der Hauses Ruinart empfehlen. Hier gibt es, natürlich im gehobenen Preissegment, relativ viel Geschmack fürs Geld.

    Auch einige Klassiker der Bar erfreuen sich neuer Beliebtheit: KirRoyal, Cosmopolitan und weitere Classic Cocktails.

    Und natürlich sei DER KLASSIKER nicht vergessen, aber immer nur einen winzigen Schluck… Herr Pfeiffer 😉

    Na, wer hat es erkannt? 

    Die Feuerzangenbowle!

    Also allseits einen guten Rutsch und alles Gute für 2017!

    Was trinkt ihr?